Tiefbau Wienwas unter der Erde liegt,bestimmt den Preis.
Vom ausführenden Bauunternehmen — nicht vom Vermittler.
Tiefbau umfasst alles unter der Geländeoberkante: Aushub, Kanal, Drainage, Leitungsgräben, Fundamente. Aushub 28–180 €/m³, Kanalanschluss 180–480 €/lfm, Drainage 85–220 €/lfm. Vor jeder Grabung stehen Baugrundgutachten und Leitungserkundung.
Was Tiefbau in Wien kostet
Richtwerte netto, Stand 2026. Die einzelnen Leistungen haben eigene Seiten mit vollständigen Preistabellen.
| Leistung | Preis netto | Was den Preis treibt | Details |
|---|---|---|---|
| Aushub | 28–180 €/m³ | Zugänglichkeit, Bodenklasse, Entsorgung | Aushub Wien |
| Kanalanschluss | 180–480 €/lfm | Tiefe, Oberfläche, öffentlicher Grund | Kanalbau Wien |
| Drainage | 85–220 €/lfm | Tiefe, Anschluss, Sickerschacht | auf dieser Seite |
| Leitungsgraben | 45–260 €/lfm | Tiefe, Verbau, Handschachtung | auf dieser Seite |
| Fundament | 140–320 €/lfm | Baugrund, Gründungstiefe | Fundament Wien |
| Planie und Verdichtung | 6–45 €/m² | Auffüllmenge, Verdichtungsnachweis | Planieren Wien |
| Stützmauer | 280–650 €/lfm | Höhe, Erddruck, Drainage | Stützmauer Wien |
Querschnittspreise, die in jedem Tiefbauprojekt vorkommen
| Position | Einheit | Preis netto | Warum sie anfällt |
|---|---|---|---|
| Baugrundgutachten | psch. | 1.800–5.000 € | Bodenklasse, Grundwasser, Tragfähigkeit |
| Leitungserkundung und Einmessung | psch. | 400–1.400 € | Strom, Gas, Wasser, Fernwärme, Telekom |
| Bodenanalyse auf Schadstoffe | Probe | 250–850 € | entscheidet über die Deponiegebühr |
| Grabenverbau | lfm | 60–180 € | ab 1,25 m Tiefe vorgeschrieben |
| Wasserhaltung | Woche | 600–2.200 € | bei Grundwasser in der Baugrube |
| Handschachtung | m³ | 90–180 € | bei Fremdleitungen oder ohne Zufahrt |
| Deponie unbelastet | t | 8–22 € | Bodenaushub ohne Belastung |
| Deponie belastet | t | 45–180 € | je nach Schadstoffklasse |
| Grabungsbewilligung MA 28 | psch. | 600–2.800 € | Arbeiten im öffentlichen Gut |
| Wiederherstellung Asphalt | m² | 120–320 € | Tragschicht, Feinbelag |
| Beweissicherung Nachbarn | psch. | 800–3.500 € | bei Aushub neben Bestandsbebauung |
Summe rund 24.700 € netto. Werden alle drei Gräben in einem Zug hergestellt, spart das gegenüber einzelner Vergabe meist 15 bis 25 % – Baustelleneinrichtung, Maschinen und Wiederherstellung fallen nur einmal an.
Zufahrten, Parkplätze und Privatstraßen stellen wir nach den Tiefbauarbeiten fertig: Asphaltierung mit Unterbau, Entwässerung und Decke.
Geht es nicht um einzelne Tiefbauarbeiten, sondern um eine ganze Trasse mit Leitungen und Fahrbahn, führt der Weg über Straßenbau – dort ist auch erklärt, warum ab dem Kanal in Laufmetern statt in Quadratmetern gerechnet wird.
Was Tiefbau umfasst – und warum die Reihenfolge alles bestimmt
Tiefbau ist alles, was unter der Geländeoberkante passiert: Aushub, Gründung, Leitungen, Entwässerung, Sicherung der Baugrube und die Wiederherstellung danach. Für den Bauherrn ist das der unsichtbarste Teil des Projekts und gleichzeitig der, in dem die meisten Nachträge entstehen – weil man erst nach dem ersten Baggerhub weiß, was tatsächlich im Boden liegt.
| Erkundung | Was sie klärt | Kosten | Was sie verhindert |
|---|---|---|---|
| Leitungsauskunft der Träger | Lage von Kanal, Wasser, Strom, Gas, Daten | meist kostenlos, Vorlauf 1–3 Wochen | Leitungsschäden, Bauunterbrechung |
| Baugrundgutachten | Bodenaufbau, Tragfähigkeit, Grundwasser | 1.500–4.500 € | falsche Gründung, Bodenaustausch als Nachtrag |
| Suchschlitze vor Ort | tatsächliche Lage und Tiefe der Leitungen | 250–800 € je Schlitz | Treffer beim Baggern trotz Auskunft |
| Beweissicherung Nachbargebäude | Zustand vor Baubeginn, mit Fotos und Rissprotokoll | 900–3.500 € | Streit über Risse, die vorher schon da waren |
| Kontrolle der Höhen | Anschlusshöhen für Kanal und Gefälle | Vermessung 600–2.200 € | Kanal ohne Gefälle, nachträgliche Hebeanlage |
Die Beweissicherung ist der Punkt, der am häufigsten weggelassen und am bittersten bereut wird. Wer in Wien neben einem Gründerzeithaus gräbt, steht praktisch immer neben Rissen, die es vorher schon gab. Ohne Dokumentation vor Baubeginn lässt sich das nicht mehr auseinanderhalten – und die Beweislast liegt dann in der Praxis beim Bauführenden.
Der Boden entscheidet über den Preis
Die gleiche Kubikmeterzahl kostet je nach Bodenart das Drei- bis Fünffache. Deshalb steht in jedem prüffähigen Angebot, von welcher Bodenklasse ausgegangen wird – und was passiert, wenn es anders kommt.
| Boden | Verhalten beim Aushub | Aufwand | Typischer Preis je m³ |
|---|---|---|---|
| Mutterboden, Humus | leicht lösbar, wird meist wiederverwendet | gering | 18–35 € |
| Sand, Kies | leicht lösbar, standfest nur begrenzt | gering, Böschung nötig | 28–55 € |
| Lehm, Ton | bindig, klebt, bei Nässe kaum befahrbar | mittel | 35–75 € |
| Schotter mit Steinen | schwer lösbar, Werkzeugverschleiß | hoch | 55–110 € |
| Fels oder Beton im Untergrund | muss gebrochen oder gemeißelt werden | sehr hoch | 95–180 € |
| Kontaminiertes Material | Beprobung, getrennte Entsorgung | nach Befund | Entsorgung ab 90 €/t |
Dazu kommt der Wassergehalt. Ein lehmiger Boden ist trocken gut zu bearbeiten und nach drei Regentagen praktisch unbrauchbar: Er lässt sich weder verdichten noch abtransportieren, ohne dass er die Straße verschmutzt. Deshalb verschieben wir Aushubarbeiten in bindigem Boden lieber um zwei Tage, statt Material einzubauen, das später nachsackt.
Baugrube sichern: Böschung, Verbau oder Spundwand
Ab einer gewissen Tiefe steht eine Grube nicht mehr von selbst. Wie gesichert wird, hängt von Tiefe, Boden, Platz und Nachbarbebauung ab – und ist der größte Einzelposten, sobald es eng wird.
| Variante | Wann sie passt | Vorteil | Grenze |
|---|---|---|---|
| Böschung | Platz vorhanden, standfester Boden | günstig, kein Material | braucht viel Fläche, bei Nässe kritisch |
| Grabenverbau mit Verbaubox | Leitungsgräben ab etwa 1,25 m Tiefe | schnell, wiederverwendbar | nur für Gräben, nicht für Baugruben |
| Trägerbohlwand | tiefere Baugruben, mäßiger Platz | anpassbar, wirtschaftlich | nicht wasserdicht |
| Spundwand | Grundwasser, wenig Platz | dicht, tragfähig | Rammerschütterung, teuer |
| Bohrpfahlwand | direkt an Bestandsgebäuden | erschütterungsarm, sehr steif | höchste Kosten, Spezialgerät |
Warum das so wichtig ist: Eine ungesicherte Grube ist nicht nur ein Arbeitsschutzproblem, sie zieht auch den Nachbargrund nach. Setzt sich das Nachbargebäude, endet das Projekt vor Gericht statt auf der Baustelle. Deshalb wird die Sicherung nach den Vorgaben geplant und nicht nach Erfahrung geschätzt; bei Baugruben neben Bestand kommt zwingend eine statische Beurteilung dazu.
Wasser in der Baugrube
Grundwasser und Schichtenwasser sind der häufigste Grund, warum ein Tiefbauprojekt teurer wird als kalkuliert. Beides lässt sich vorher feststellen – das Baugrundgutachten nennt den Stand zum Zeitpunkt der Bohrung, und der schwankt jahreszeitlich.
| Situation | Maßnahme | Größenordnung |
|---|---|---|
| Oberflächenwasser, Regen | Pumpensumpf, Ableitung | gering, im Baustellenbetrieb enthalten |
| Schichtenwasser über bindiger Schicht | Dränage entlang der Grube, Ableitung | 45–140 €/lfm |
| Grundwasser wenig über Aushubsohle | offene Wasserhaltung mit Pumpen | Tagespauschalen, je nach Menge |
| Grundwasser deutlich über Sohle | Grundwasserabsenkung mit Brunnen | projektabhängig, bewilligungspflichtig |
| Dauerhafte Wasserhaltung nötig | dichte Baugrube, Unterwasserbeton | Sonderfall mit eigener Planung |
Wichtig dabei: Eine Grundwasserabsenkung ist in Wien wasserrechtlich bewilligungspflichtig und braucht Vorlauf. Wer das erst feststellt, wenn die Grube voll Wasser steht, verliert Wochen. Deshalb gehört die Frage nach dem Grundwasserstand in jede erste Besprechung, auch wenn das Projekt klein wirkt – bei Kellern und tiefen Kanälen entscheidet sie über den gesamten Ablauf.
Verfüllen und verdichten: der unsichtbare Qualitätsunterschied
Nach den Leitungen wird der Graben verfüllt. Was dabei passiert, sieht niemand – und genau deshalb wird hier am meisten gespart. Die Folgen zeigen sich ein bis drei Jahre später als Rinne im Asphalt, als absackende Pflasterfläche oder als Riss im Estrich über der verfüllten Baugrube.
| Ausführung | Was passiert | Folge |
|---|---|---|
| Aushub zurückkippen, einmal überfahren | keine echte Verdichtung, Hohlräume bleiben | Setzungen von mehreren Zentimetern |
| Lagenweise verfüllen, je 30 cm verdichtet | gleichmäßige Dichte über die ganze Tiefe | Fläche bleibt eben |
| Ungeeignetes Material eingebaut | bindiger Aushub im Leitungsgraben | bleibt weich, sackt unter Last |
| Bettung um das Rohr fehlt | Rohr liegt auf Steinen auf | Rohrbruch unter Verkehrslast |
| Verdichtung dokumentiert | Nachweis je Lage oder Abschnitt | im Streitfall belegbar |
Anschlüsse: wer darf was
| Anschluss | Graben und Verlegung | Anschluss ans Netz | Was wir übernehmen |
|---|---|---|---|
| Kanal | wir | Träger beziehungsweise befugter Betrieb | Graben, Bettung, Rohr, Schacht, Wiederherstellung |
| Wasser | wir | Wasserversorger | Graben, Leerrohr, Schutzrohr, Verfüllung |
| Strom | wir | Netzbetreiber | Graben, Leerrohre, Sandbett, Warnband |
| Gas | wir | Netzbetreiber | Graben nach Vorgabe, Verfüllung |
| Daten und Telekom | wir | Anbieter | Leerrohre, Schächte |
| Erdwärmesonden | Bohrfirma | Fachbetrieb | Grabenarbeiten, Zuleitung ins Haus |
Für Sie bedeutet das: Wir sind Ihr Ansprechpartner für alles, was im Boden passiert, und koordinieren die Termine der Träger. Die eigentlichen Netzanschlüsse führen die dafür zuständigen Betriebe aus – das ist nicht Arbeitsteilung aus Bequemlichkeit, sondern Vorgabe. Was wir zusagen können, ist, dass der Graben offen ist, wenn der Träger kommt, und dass er wieder geschlossen und wiederhergestellt wird, wenn alle fertig sind.
Typische Tiefbauprojekte und was sie kosten
Summe rund 41.700 € netto. Der größte Posten ist der Aushub samt Entsorgung – bei belastetem Material oder Fels steigt genau dieser Block am stärksten.
Summe rund 44.000 € netto, also 1.257 € je Laufmeter. Der Unterschied zum freien Gelände liegt fast vollständig in der Zugänglichkeit: Kleingerät, Handschachtung und Materialtransport durch die Durchfahrt verdoppeln den Aushubpreis.
Was die Zugänglichkeit ausmacht
| Situation | Gerät | Leistung je Tag | Auswirkung auf den Preis |
|---|---|---|---|
| Freies Gelände, Lkw-Zufahrt | Kettenbagger 8–14 t | hoch | Basispreis |
| Hof mit Durchfahrt über 2,5 m | Minibagger 3–5 t | etwa halb so viel | +40 bis 80 % |
| Enge Durchfahrt unter 2 m | Kleinstgerät, teils Handarbeit | gering | +100 bis 200 % |
| Keller, Innenräume | Handschachtung, Förderband | sehr gering | Vielfaches |
| Leitungsnähe | Handschachtung vorgeschrieben | gering | je lfm deutlich höher |
Deshalb ist die erste Frage bei jeder Tiefbauanfrage nicht „wie viele Kubikmeter", sondern „wie kommt das Gerät hin und wohin mit dem Material". In Wiener Innenhöfen entscheidet das über den Preis stärker als die Aushubmenge selbst.
Wiederherstellung: der Teil, den der Kunde sieht
Nach dem Verfüllen muss die Oberfläche wieder so aussehen wie vorher – oder besser. Das ist keine Nebenleistung, sondern ein eigener Kostenblock, der in Angeboten häufig fehlt.
| Oberfläche | Wiederherstellung | Preis netto |
|---|---|---|
| Rasen, Grünfläche | Humus, Planie, Ansaat | 12–35 €/m² |
| Kiesfläche | Aufbau ergänzen, verdichten | 25–55 €/m² |
| Pflasterfläche | Steine aufnehmen, Bettung neu, wieder verlegen | 65–140 €/m² |
| Asphaltfläche | Schnittkante, Aufbau, Trag- und Deckschicht | 95–210 €/m² |
| Betonfläche | ausschneiden, bewehren, neu betonieren | 180–450 €/m² |
| Öffentlicher Gehsteig | nach Vorgabe des Trägers, mit Bewilligung | nach Ausschreibung |
Ein Angebot, das den Graben kalkuliert und die Wiederherstellung offenlässt, ist nicht günstiger – es ist unvollständig. Bei einer Pflasterfläche über einem 30 Meter langen Graben fehlen so schnell 5.000 bis 10.000 Euro, die später als Nachtrag kommen.
Drainage: wann sie nötig ist
| Situation | Drainage sinnvoll? | Was stattdessen oder zusätzlich |
|---|---|---|
| Hanglage, Wasser drückt gegen die Kellerwand | ja | Abdichtung außen, Noppenbahn |
| Bindiger Boden, Lehm oder Tegel | ja | Sickerschacht oft nicht möglich, Kanaleinleitung prüfen |
| Durchlässiger Schotterboden | meist nicht | Wasser versickert von selbst |
| Hoher Grundwasserstand | nein | weiße Wanne, Drainage senkt Grundwasser nicht dauerhaft |
| Feuchter Keller im Altbau | nach Befund | oft ist aufsteigende Feuchte die Ursache, nicht Sickerwasser |
Gründung: worauf das Gebäude steht
Die Gründung überträgt alle Lasten des Gebäudes in den Boden. Welche Art richtig ist, entscheidet nicht der Preis, sondern der Baugrund – und diese Entscheidung ist die einzige im ganzen Projekt, die sich später praktisch nicht mehr korrigieren lässt.
| Gründungsart | Wann sie passt | Größenordnung | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Streifenfundament | tragfähiger Boden in geringer Tiefe | 140–320 €/lfm | Standard bei Einfamilienhäusern |
| Fundamentplatte | gleichmäßige Lastverteilung, Keller oder Bodenplatte | 160–320 €/m² | oft mit Wärmedämmung kombiniert |
| Punktfundamente | Stützen, Carports, Nebengebäude | 280–900 € je Stück | Frosttiefe beachten |
| Bodenaustausch | weicher Boden in begrenzter Tiefe | 45–120 €/m³ | wirtschaftlich bis etwa 1,5 m |
| Tiefgründung mit Pfählen | tragfähige Schicht erst tief unten | Spezialtiefbau, projektabhängig | eigene Planung, Fachfirma |
| Fundamentverstärkung im Bestand | Aufstockung, Dachausbau, Setzungen | siehe eigene Seite | immer mit Statik |
Ein Punkt, der bei Altbauten regelmäßig auftaucht: Bestandsfundamente reichen im Gründerzeithaus oft nur wenige Zentimeter unter den Kellerboden und bestehen aus Bruchstein oder Stampfbeton. Wer daneben tiefer gräbt, entzieht ihnen seitlichen Halt. Das ist der Hauptgrund, warum Kellervertiefungen und Baugruben neben Altbauten eine statische Beurteilung brauchen – siehe Fundamentverstärkung.
Wie ein Tiefbauprojekt abläuft
Die Reihenfolge klingt selbstverständlich und wird trotzdem oft durchbrochen – meist, weil ein Gewerk früher fertig sein will. Das Ergebnis ist regelmäßig dasselbe: Es wird ein zweites Mal geöffnet. Deshalb halten wir an der Abfolge fest, auch wenn es zwischendurch nach Wartezeit aussieht.
Warum Tiefbau aus einer Hand günstiger ist
- Ein Graben statt drei. Strom, Wasser, Kanal und Drainage liegen oft in derselben Trasse. Einmal graben, alles verlegen, einmal verfüllen.
- Eine Baustelleneinrichtung. Bagger, Verbau und Wasserhaltung kommen einmal, nicht dreimal.
- Eine Wiederherstellung. Pflaster und Asphalt werden einmal aufgebrochen und einmal geschlossen.
- Eine Einmessung. Alle Leitungen in einem Bestandsplan – die Grundlage, um sie in zwanzig Jahren wiederzufinden.
Winter, Wetter und Bauzeit im Tiefbau
| Bedingung | Was möglich ist | Was nicht geht |
|---|---|---|
| Frost bis wenige Zentimeter | Aushub mit Aufreißen der Frostschicht | Verdichtung von gefrorenem Material |
| Dauerfrost | Gräben nur mit Mehraufwand | Einbau von Beton ohne Schutzmaßnahmen |
| Dauerregen, bindiger Boden | Sicherungsarbeiten, Transport ruht | Verdichten, befahren, Material einbauen |
| Hitze | normale Arbeiten | Beton ohne Nachbehandlung |
| Schneelage | Baustelle wird gesichert | Höhenkontrolle, Feinplanum |
Anders als im Hochbau ist Tiefbau im Winter grundsätzlich möglich, aber teurer und langsamer. Entscheidend ist nicht die Temperatur an sich, sondern ob verdichtet werden kann – gefrorenes oder durchnässtes Material lässt sich nicht einbauen, und wer es trotzdem tut, erzeugt genau die Setzungen, die später niemand mehr zuordnen kann. Wir verschieben solche Arbeiten lieber, als sie unter falschen Bedingungen auszuführen, und sagen das vorher statt hinterher.
Nachbarn, Anrainer und Beweissicherung
In Wien wird fast nie auf freiem Feld gegraben. Neben der Baugrube steht ein Haus, darüber liegt eine Zufahrt, daneben ein Garten. Was das bedeutet:
- Beweissicherung vor Baubeginn. Fotos und Rissprotokoll der angrenzenden Gebäude, 900 bis 3.500 €. Ohne sie ist später nicht zu klären, welche Risse vorher da waren.
- Erschütterungen im Blick behalten. Rammen, Meißeln und schweres Gerät übertragen sich über den Boden. Bei empfindlichem Bestand wird mit erschütterungsarmen Verfahren gearbeitet.
- Zufahrten offen halten. Anrainer, Rettung und Müllabfuhr müssen durch – das gehört in die Planung, nicht in die Improvisation.
- Verschmutzung der Straße. Bei bindigem Boden verschleppen Lkw Material auf die Fahrbahn; Reinigung ist Pflicht und wird eingeplant.
- Lärmzeiten einhalten. Ankündigung und feste Arbeitszeiten verhindern den Großteil der Beschwerden.
Die wirksamste Maßnahme ist auch hier die billigste: ein Aushang zwei Wochen vorher mit Zeitraum, Ablauf und Ansprechpartner. Anrainer, die informiert sind, melden Probleme bei der Bauleitung statt bei der Behörde.
Was ein prüffähiges Tiefbauangebot enthält
- Bodenklasse, von der ausgegangen wird, samt Einheitspreis für abweichende Klassen.
- Aushubmengen in Kubikmetern, getrennt nach Wiedereinbau und Abtransport.
- Entsorgung nach Tonnen mit Angabe der Qualität, plus Position für belastetes Material.
- Grabenmeter mit Tiefe und Breite statt „Graben pauschal".
- Verbau als eigene Position, mit der Angabe, ab welcher Tiefe er eingerechnet ist.
- Wasserhaltung, zumindest als Bedarfsposition.
- Verfüllung und Verdichtung mit Angabe des Materials und des Nachweises.
- Wiederherstellung der Oberfläche nach Art und Fläche.
Fehlen Verbau, Wasserhaltung und Wiederherstellung, sieht das Angebot um 20 bis 40 Prozent günstiger aus, als das Projekt am Ende kostet. Das ist kein böser Wille, sondern die übliche Folge davon, dass diese Positionen erst nach dem Aushub sichtbar werden – deshalb stehen sie bei uns von Anfang an mit Einheitspreisen drin.
Was Sie am Ende bekommen
- Einmessung der neuen Leitungen mit Lage und Tiefe – Voraussetzung für jede spätere Grabung.
- Verdichtungsnachweise für Gräben und Baugrubensohle.
- Dichtheitsprüfung bei Kanalleitungen, Druckprobe bei Wasserleitungen.
- Fotodokumentation von Sohle, Bettung, Rohrlage und Verfüllung.
- Entsorgungsnachweise für abtransportiertes Material.
- Abnahmeprotokoll nach ÖNORM B 2110 mit Fristen und Rücklässen.
Drei Fragen, die den Preis mehr bestimmen als die Menge
Wer zwei Tiefbauangebote vergleicht, sollte nicht auf die Endsumme schauen, sondern auf die Antworten zu diesen drei Fragen. Sie erklären fast jede Differenz.
| Frage | Warum sie den Preis bestimmt | Spanne |
|---|---|---|
| Wie kommt das Gerät hin? | Gerätegröße entscheidet über die Tagesleistung | bis zum Dreifachen bei enger Zufahrt |
| Was steht im Boden an? | Bodenklasse und Wasser bestimmen Aushub und Sicherung | 28 bis 180 €/m³ |
| Was muss danach wiederhergestellt werden? | Rasen, Pflaster oder Asphalt unterscheiden sich um das Zehnfache | 12 bis 210 €/m² |
Alle drei lassen sich vor dem Angebot klären – die erste bei der Begehung, die zweite über Gutachten und Suchschlitze, die dritte durch einen Blick auf die betroffene Fläche. Genau das machen wir, bevor wir einen Preis nennen. Ein Angebot ohne diese Klärung ist keine Kalkulation, sondern eine Schätzung mit eingebautem Nachtrag.
Aus demselben Grund nennen wir am Telefon keinen Quadratmeter- oder Kubikmeterpreis für ein konkretes Projekt. Die Spanne wäre so breit, dass sie niemandem hilft: Derselbe Aushub kostet im freien Gelände ein Drittel dessen, was er im Innenhof mit zwei Meter Durchfahrt kostet.
Nach einer Begehung von dreißig Minuten steht dagegen fest, welches Gerät hineinkommt, wohin das Material geht und was wiederherzustellen ist – und damit steht auch der Preis. Die Begehung selbst ist kostenlos, in ganz Wien und im Umland, binnen fünf Werktagen.
Die häufigsten Fehler im Tiefbau
- Ohne Leitungserkundung gegraben. Eine angefahrene Gasleitung ist nicht nur teuer, sondern gefährlich.
- Ohne Bodenanalyse angeboten. Belasteter Aushub kostet auf der Deponie das Vier- bis Achtfache.
- Verbau eingespart. Ab 1,25 m Tiefe vorgeschrieben – nicht verhandelbar.
- Nicht lagenweise verfüllt. Der Graben sackt nach dem ersten Winter, Pflaster und Asphalt darüber reißen.
- Leitungen nicht eingemessen. In zwanzig Jahren weiß niemand mehr, wo sie liegen.
Aushub: wohin mit dem Material
Bei einem Einfamilienhaus fallen 250 bis 400 Kubikmeter Aushub an, das sind 400 bis 700 Tonnen. Was damit passiert, ist ein eigener Kostenblock – und der einzige, bei dem sich durch Planung wirklich sparen lässt.
| Weg | Voraussetzung | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Wiedereinbau auf dem Grundstück | geeignetes Material, Platz, Höhenplanung | günstigste Variante | spart Abtransport und Deponie |
| Zwischenlagerung auf der Baustelle | Fläche vorhanden | gering | Material bleibt verfügbar für die Verfüllung |
| Abtransport, unbelastet | Nachweis der Qualität | 28–65 €/m³ inklusive Deponie | Standardfall |
| Abtransport, belastet | Beprobung, Deklaration | ab 90 €/t Entsorgung | häufig bei Altstandorten |
| Recycling von Bauschutt | sortenreine Trennung | günstiger als Deponie | Beton und Asphalt werden wiederverwertet |
Der größte Hebel liegt in der ersten Zeile: Wird der Aushub auf dem Grundstück wiederverwendet – für Geländemodellierung, Hinterfüllung oder Lärmschutzwall –, entfallen Abtransport und Deponiegebühr für dieses Volumen vollständig. Das setzt voraus, dass das Material geeignet ist und die Höhenplanung es vorsieht. Deshalb gehört die Frage in die Planung und nicht auf die Baustelle, wenn der Lkw schon wartet.
Wer im Tiefbau was darf
| Leistung | Ausführung |
|---|---|
| Aushub, Planum, Bodenaustausch, Verdichtung | eigene Ausführung |
| Gräben, Bettung, Verfüllung, Wiederherstellung | eigene Ausführung |
| Kanal, Regenwasser, Drainage, Schächte | eigene Ausführung nach Vorgaben des Trägers |
| Fundamente, Bodenplatten, Stützmauern | eigene Ausführung |
| Statik, Verbauplanung, Vermessung | Ziviltechniker als Partnerbetrieb, im Angebot genannt |
| Netzanschlüsse Strom, Gas, Wasser | Netzbetreiber beziehungsweise befugter Fachbetrieb |
| Spezialtiefbau, Pfähle, Spundwände | Spezialunternehmen, von uns koordiniert |
Diese Aufteilung steht in jedem Angebot. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Ansprechpartner: Die Koordination der Termine, der Zustand der Baustelle und die Wiederherstellung bleiben bei uns, auch wenn zwischendurch fünf andere Betriebe im Graben stehen.
Abgrenzung: welche Seite passt
| Ihr Vorhaben | Passende Seite |
|---|---|
| Nur Aushub und Abtransport | Aushub |
| Kanalanschluss, Senkgrube auflassen | Kanalbau |
| Wasser- und Druckleitungen | Rohrleitungsbau |
| Gelände modellieren, Planum | Erdbewegungen und Planieren |
| Straße oder Erschließung mit Leitungen | Straßenbau |
| Fläche asphaltieren | Asphaltierung |
| Fundamente verstärken | Fundamentverstärkung |
| Stützmauer am Hang | Stützmauer |
Diese Seite bündelt, was allen gemeinsam ist: Erkundung, Bodenklasse, Sicherung, Wasser, Verdichtung und Wiederherstellung. Wer genau eine dieser Leistungen braucht, ist auf der jeweiligen Seite schneller am Ziel; wer mehrere kombiniert, spart mit einer gemeinsamen Vergabe die Schnittstellen.
Warum Tiefbau der Teil ist, an dem sich Projekte entscheiden
Im Hochbau sieht man jeden Fehler: eine schiefe Wand, eine schlechte Fuge, einen unsauberen Anstrich. Im Tiefbau sieht man nichts – weder die Bodenklasse noch die Bettung, weder die Verdichtung noch die Lage der Leitungen. Genau deshalb entstehen hier die Streitfälle: Wenn drei Jahre später eine Fläche absackt oder ein Rohr bricht, lässt sich ohne Dokumentation nicht mehr klären, woran es lag.
Unsere Konsequenz daraus ist unspektakulär, aber wirksam: Wir fotografieren jede Ebene, bevor sie verschwindet, messen jede neue Leitung ein, weisen Verdichtung und Dichtheit nach und führen im Angebot an, von welchen Annahmen wir ausgehen. Das macht Angebote auf den ersten Blick umfangreicher und im Vergleich manchmal teurer. In der Abrechnung ist es der günstigere Weg, weil die Positionen, die dort stehen, bei anderen als Nachtrag kommen – und weil Sie bei einem Schaden nicht diskutieren, sondern nachsehen können.
Wann Sie uns nicht brauchen
Für einen einzelnen Hausanschluss auf öffentlichem Grund, den der Netzbetreiber selbst herstellt, braucht es kein Bauunternehmen – dort übernimmt Wien Energie oder Wiener Wasser die Leitung bis zur Grundstücksgrenze. Wir übernehmen ab dort, auf Ihrem Grundstück und im Gebäude.
Häufige Fragen zum Tiefbau in Wien
Warum entscheidet die Zufahrt so stark über den Preis?
Was kostet es, wenn Fels oder Beton im Boden auftaucht?
Wann ist eine Grundwasserabsenkung nötig?
Was ist eine Beweissicherung und brauche ich sie?
Kann der Aushub am Grundstück bleiben?
Welche Gründung ist die richtige?
Warum sackt eine Fläche über einem alten Graben ab?
Ist die Wiederherstellung der Oberfläche enthalten?
Kann bei Frost gegraben und verfüllt werden?
Was passiert, wenn eine unbekannte Leitung auftaucht?
Was umfasst Tiefbau?
Warum sind Tiefbauangebote so unterschiedlich?
Brauche ich ein Baugrundgutachten?
Was ist Leitungserkundung?
Ab welcher Tiefe braucht es Verbau?
Was kostet eine Drainage?
Hilft eine Drainage gegen einen feuchten Keller?
Wohin leitet die Drainage das Wasser?
Was kostet ein Leitungsgraben?
Warum ist Handschachtung so teuer?
Was passiert mit dem Aushub?
Wie wird der Graben verfüllt?
Tiefbau: Brauche ich eine Bewilligung?
Wer ist für den Hausanschluss zuständig?
Warum alles in einem Zug?
Was ist mit den Nachbargebäuden?
Kann im Winter gegraben werden?
Tiefbau: Welche Nachweise bekomme ich?
Warum eine Einmessung der neuen Leitungen?
Tiefbau: Wie schnell bekomme ich ein Angebot?
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Hinweis: Skyline Bau ist die Markenbezeichnung des Bau- und Sanierungsbereichs der Bling Bling GmbH und keine eigenständige Rechtsperson. Vertragspartner ist ausschließlich die Bling Bling GmbH. Die Bling Bling GmbH ist eingeschränkter Baugewerbetreibender nach § 99 GewO und kein konzessionierter Baumeister. Nach § 99 Abs. 5 GewO ist die Bezeichnung „Baumeister“ konzessionierten Betrieben nach § 94 Z 5 GewO vorbehalten. Reglementierte Gewerke — Baumeister-Leistungen, Statik, Gas- und Sanitärtechnik, Elektrotechnik — werden ausschließlich durch befugte, konzessionierte Partnerbetriebe ausgeführt.